
Wallfahrtskirche "St. Vinzenz"
Die gotische Wallfahrtskirche ist weit über die Grenzen bekannt und lockt Gäste aus allen Teilen des Landes in das beschauliche Glocknerdorf Heiligenblut.
Die Pfarrkirche ist dem heiligen Vinzenz von Saragossa (=Schutzpatron) geweiht. In erster urkundlicher Erwähnung aus dem Jahr 1253, wird ein Friedhof mit Karner erwähnt. 1273 ist die erste Wallfahrt zum "Heiligen Bluet" nachgewiesen. 1390 beschließt man, eine große "ordentliche" Kirche zu bauen, da das alte Gotteshaus die vielen Wallfahrer und Pilger nicht mehr fassen konnte. Es brauchte ca. 100 Jahre, bis die Kirche fertig geworden ist, genau bis zum 1. November 1491, dem Weihetag der Pfarrkirche.
kleine Kirchenführung
Bemerkenswert gleich am Eingang von der Nordseite her ist ein großes Christopherusfresko aus dem Jahr 1490. Christopherus ist der Schutzpatron der Reisenden und Pilger und bewahrt nach altem Glauben vor Unheil und sogar vor dem Tod, wenn man ihn einmal am Tag, egal in welcher Form (als Fresko, Statue...) sieht.
Vom Kirchenraum wird vom wunderschönen Hochaltar (11 m Höhe) beherrscht. Dieser stammt aus der Gotik und wurde 1520 "vollendet". Er wurde von Schülern des berühmten Altarbaumeisters der Gotik Michael Pacher geschaffen. Der Altar ist ein doppelter Wandelaltar. Das heißt, man kann ihn zweimal wie ein Buch zusammenklappen. Mit Hilfe dieses "Bilderbuches" hat man den Menschen vor 500 Jahren verschiedenen Zeiten im Kirchenjahr nahegebracht.
Im Zentrum des Altarschreines ist die Krönung Mariens dargestellt. Links von der Krönungsgruppe (mit Gottvater, Gottsohn und Heiligem Geist) steht der Kirchenpatron, der Heilige Vinzenz mit dem Schürhaken und rechts der Heilige Petrus mit dem Schlüssel.
Der Altar ruht auf der Predalla, die im 18. Jahrhundert durch den Tabernakeleinbau verändert wurde. Ursprünglich standen dort rundherum sichtbar die Statuen der 14 Nothelfer. Heute sind nur mehr einige zu bewundern, die restlichen sind vom Tabernakel verdeckt.
In der Kirche finden sich auch Kunstgegenstände aus dem Barock. An der Kanzel aus dem Frühbarock sind auch Renaissanceeinflüsse bemerkbar (Fruchtstände und Kassettenrahmen). Der Rosenkranz – hängend im Raum, die Apostelfiguren – gereiht an den Wänden – und die Tafelbilder mit der Legende des Briccius sind ebenfalls aus dem Barock.
Das älteste Kunstwerk der Pfarrkirche ist eine Madonna, vorne rechts an der Wand zwischen Hochaltar und Sakristei (Chorraum). Sie wird der Frühgotik zugeordnet. Auffällig an dieser Darstellung ist die unpersönliche Haltung von Mutter und Kind. Maria wird eher als „Thron“ für Jesus dargestellt. Erst später hat sich die Vorstellung der Menschen über Maria als „Gottesgebärerin“ hin zur „Mutter Gottes“ verändert, dies war der Übergang in der Kunst zur Darstellung der innigen Muter-Kind-Beziehung.
Ein weiteres Kleinod ist der Veronika-Flügelaltar auf der oberen Kirchenebene, der mit reinem Tauerngold ausgelegt sein soll.
Das 13 m hohe Sakramentenhäuschen aus weißem Sandstein befindet sich links vorne im Altarraum. Die Monstranz mit dem kostbaren Heiligenblutfläschchen und ebenso die Monstranz mit den drei Getreideähren befinden sich darin.
► Die Legende vom Hl. Briccius
Im vorderen Viertel führen vom Kirchenraum aus Stufen in die Krypta hinab. Dort befindet sich das Bricciusgrab (Ende 17. Jhdt.), ein Altar (um 1700) sowie eine Vespergruppe (18. Jhdt.).
Tipp:
katholischer Gottesdienst an Sonn- und Feiertagen:
Sommer: jeden Sonntag um 10.00 und 19.00 Uhr
Winter: jeden Sonntag um 10.00 und 18.00 Uhr
evangelischer Gottesdienst an Sonntagen im Juli & August: 17 Uhr






